Fliegende Jagdhelfer

12. Februar 2019
Posted in Presse
12. Februar 2019 Philipp Helemann
Drohnen-Vorführung vor Jägern und Landwirten am Dörnsteinbacher Sportplatz: Peter Schließmann (Mitte) steuert den mit einer Wärmebildkamera ausgestatten Mini-Helikopter. Bildunterschrift 2019-02-11 --> Drohnen-Vorführung vor Jägern und Landwirten am Dörnsteinbacher Sportplatz: Peter Schließmann (Mitte) steuert den mit einer Wärmebildkamera ausgestatten Mini-Helikopter. ⋌Fotos: Doris Pfaff

Technik:Kahlgrund-Jäger informieren sich über den Einsatz von Drohnen

Mit ei­nem lau­ten Zi­schen er­hebt sich die Droh­ne in den grau­en Him­mel über dem Dörn­stein­ba­cher Sport­platz. Grü­ne und ro­te Lich­ter ver­ra­ten den Stand­ort des Mi­ni-He­li­k­op­ters, den Pe­ter Sch­ließ­mann, Waid­mann, Hun­de­füh­rer und Mit­be­t­rei­ber des Se­li­gen­städ­ter Un­ter­neh­mens Di­gi­ta­les Re­vier­ma­na­ge­ment, über die Wie­se steu­ert.

30 Teilnehmer

Gespannt schauen rund 30 Landwirte und Jäger aus dem Kahlgrund zu, wie die Wärmebildkamera der Drohne Informationen auf den Bildschirm am Boden sendet. Vom Fachmann ließen sich die Bauern und Jägerleute jetzt zeigen, wie der fliegende Jagdhelfer funktioniert.

Ob Ernte, Kitzrettung, Wildschadenserkennung oder Vorbereitung einer Drückjagd: Der Einsatz von Drohnen gehört landesweit in vielen Regionen schon fast zum Revieralltag. Ob das Halali aus der Luft auch in den Kahlgrund-Hegegemeinschaften Einzug hält, ist allerdings noch nicht geklärt.

Bei der Veranstaltung am Freitagnachmittag am Dörnsteinbacher Sportlerheim, organisiert von Bernd Lorenz aus Hofstädten, Leiter der Hegegemeinschaft III (Schöllkrippen) innerhalb der Jägervereinigung Kahlgrund, hat Schließmann lediglich die Technik der Multikopter und ihres Zubehörs vorgestellt, die rechtlichen Grundlagen erklärt und ihren Einsatz vorgeführt. Eine Entscheidung über den Kauf eines Drohnen-Sets wurde nicht getroffen, dessen Kosten Schließmann auf 6000 bis 8000 Euro bezifferte.

Die Anschaffung des Geräts würde ihn schon reizen, meinte Lorenz, verschaffe doch der technische Fortschritt den Jägern neue Möglichkeiten und einen reellen Vorteil gegenüber den bisherigen Vorgehensweisen. Etwa die Wiesen vor der Mahd mit oder ohne Hund nach Kitzen abzusuchen, um sie vor einem fürchterlichen Mähtod zu bewahren.

Effizient bei Wildschweinen

Die vor einigen Jahren von einer unterfränkischen Tierschützerin ins Leben gerufene Initiative Kids for Kitz »bringt nicht viel«, meinte Lorenz. Bei der Aktion basteln Kindergarten- und Schulkinder Rehscheuchen, die vor der Mahd auf den Wiesen aufgestellt werden.

Besonders auch bei der Suche nach Wildschweinen können Drohnen effizient helfen, führte Schließmann aus. Die Schwarzkittel halten sich oft in Maisfeldern auf, weil sie die Maiskörner gerne fressen und sich vor Jägern verstecken können. Der Blick von oben in den Aufenthaltsraum der Tiere ermögliche es, viel Ackerfläche zu kontrollieren, so der Pächter eines Jagdreviers im Hainburger Ortsteil Klein-Krotzenburg. Nachdem sein Hund vor einiger Zeit Opfer eines tödlichen Wildschweinsangriffs wurde, gehe er in kein Maisfeld mehr, ohne es vorher mit der Wärmebildkamera des Mini-Helikopters abzusuchen, schildert Schließmann, wie er zur »Drohnen-Jagd« kam.

Jäger und Jagdhunde würden entlastet, wenn eine Drohne die Wildschweine lokalisiere, denn es sei sehr aufwendig, die Schweine zu treiben, bis man sie schießen könne, so Schließmann. Bei Regenwetter sei die Drohne, die bis zu 150 Meter hoch fliege und für einen Hektar kaum fünf Minuten brauche, allerdings nicht einsatzfähig. Schließmann: »Bei Nässe und Nebel sagt der Elektromotor alsbald Tschüss.«

Author: DORIS PFAFF

Quelle: Main-Echo Fliegende Jagdhelfer